Die Velociped-Geschichte

1988

Cyrill eröffnet das Velociped als offene Werkstatt zum selber Reparieren und Konstruieren. Ziel ist, den Velofahrenden eine gute Service-Infrastruktur zu bieten. Das Startkapital ist eine erste Ersatzteilbestellung beim Zürcher en gros-Händler Mahler-Nusshold für Fr. 179.–




1989

Die Öffnungszeiten werden von zwei auf vier Tage ausgedehnt. Mit Paul beginnt der erste Angestellte im Velociped.



Die ersten Velociped- Velos werden gebaut und ausgeliefert. So können wir Velos anbieten, die unseren Qualitätsansprüchen genügen. Da der Berufsverband den Herstellern untersagt «wilde Velohändler» zu beliefern, hätten wir auch keine Markenvelos verkaufen können. Bei Villiger lassen wir die ersten Rahmen nach unseren Vorstellungen fertigen. Bis heute entstehen so weit über 2000 individuell gebaute Velociped-Velos.



Der legendäre Schweizer Kinderanhänger «Leggero» kommt auf den Markt.


1990

Das Velociped bietet neu Reparaturen nach Auftrag an. Dafür richtet Peter den «Rep-Egge» ein. Bald schon flicken wir jede Woche gegen 20 Velos.


 

1991

Das «Brompton»- Faltvelo wird in der Schweiz lanciert.


1992

Das Velociped gewinnt den Prix Toni für sein Engagement. Bei der Preisübergabe (Fr. 10'000.– ) winkt ein Mittagessen mit Emilie Lieberher.


 

1993

Zum Fünfjahres- Jubiläum hat das Velociped bereits sechs Teilzeitmitarbeiter.

Ein erstes Notebook kommt zum Einsatz. Cyrill schreibt noch in derselben Nacht ein Manifest zum sinnvollen Einsatz von Bürogeräten.


 

1994

Wir eröffnen die «Bar». Am Samstag kann man dort gemütlich z'Mittag essen, unter der Woche Biogemüse kaufen.

Wir kaufen unsere Rikscha. Velobegeisterten Heiratspaaren macht sie Freude, uns oft technische Sorgen.



Das Velociped tritt als erster Schweizer Veloladen in den innovativen und damals ebenso alternativen Deutschen Händlerverbund VSF ein.
 

1995

Cyrill zieht mit dem Café Ambrosia und dem Bioladen Nektar in die ehemalige Apotheke nebenan. Im Ambrosia trifft sich das Velociped jeweils zum leckeren Mittagessen.

Unser erster Ausstellungsraum für Velos entsteht in der alten Giftküche der Apotheke. Auch für Velotaschen, Helme und Zubehör gibt es einen Verkaufsraum, die «fett-freie Zone».


1996

Das 1000. Occasionsvelo wird gefeiert. Neben der Förderung von Innovationen pflegen wir auch die Langlebigkeit von Produkten und hauchen jährlich zig Velos neues Leben ein.


 

1997

Für die Montageabteilung bauen wir hinter der Werkstatt einen zusätzlichen Arbeitsplatz. Der wird so luftig und hell, dass wir ihn «Villa» nennen.

Wir verkaufen das erste Like-a-Bike Holzlaufrad.


1998

Wir feiern 10 Jahre Velociped mit einem grossen Fest und einem Podium mit dem Geschäftsführer von Villiger und Regierungsrat Ulrich Fässler. Das Velociped-Team besteht aus acht TeilzeitmitarbeiterInnen.





Der Mountainbike-Virus erfasst das ganze Team. Auf dem jährlichen Betriebsausflug geht's ins Gelände. Damit alle ein Bike haben, müssen wir uns bei Kunden welche ausleihen.

Wir nehmen Elektrovelos ins Sortiment auf, trotz Widerstand an der Teamsitzung. Unser erstes Ausstellungsmodell, der Classic-Flyer, erweist sich bald bei allen als beliebtes Betriebsvelo, wenn es am Abend mal später wird (was nicht selten vorkommt).

Technik und Geschäftsführung verlangen immer mehr Professionalität. Weil es sonst nichts gibt, organisiert Marius das Weiterbildungsprogramm für die Schweizer Velohändler.

 

1999

Gründung der Kommanditgesellschaft «Velociped, Cyrill Wiget und Partner». Damit hat der mittlerweile gewachsene Betrieb seine offizielle Rechtsform. Nichts desto Trotz bleibt die Teamsitzung  das oberste Entscheidungsgremium.

Unser langjähriger Lieferant «Tigra» macht Konkurs. Wir beginnen mit dem Kreuzlinger Familien-Unternehmen «Tour de Suisse» zusammen zu arbeiten. Verlässliche Geschäftspartner sind uns wichtig.

Die ersten Rohloff Getriebeschaltungen werden von uns in Bikes und Reisevelos verbaut. Die Scheibenbremse hält Einzug.

 

2000

Wir gehören zu den handverlesenen Veloläden, die den NewFlyer verkaufen können.






 

2001

Wir lancieren die «Rückkaufgarantie» auf Kindervelos und führen für unsere treuen Kunden den «Familienbonus» ein.



Spitex Luzern wird unser erster Geschäftskunde. Weitere folgen.
 

2002

Benno stirbt unerwartet an einem Herzstillstand. Weil er für alle stets ein offenes Herz hatte, stellen wir an der Beerdigung die offene Rep-Egge-Türe auf.



Im Nachbarkeller richten wir die Radfertigung ein. Dort entstehen jährlich um die 500 fein säuberlich von Hand zentrierte Laufräder.
 

2003

Das Velociped wird 15 Jahre alt. Neue MitarbeiterInnen kommen dazu, andere reduzieren ihr Pensum um sich auch der Familienarbeit zu widmen (für einen betriebsinternen Kindergarten reicht es leider nicht). Das Team besteht nun aus zwölf Personen.

Zu unserem 15. Geburtstag überraschen wir die Kundschaft mit der magischen Brise, die über das Velo gerieselt Wunder wirkt. Zudem dürfen Velos vom Velociped die nächsten fünf Jahre kostenlos in der Velostation am Bahnhof Luzern parken.

LED-Scheinwerfer und Nabendynamos revolutionieren das Velolicht.
 

Der Hausschwamm zwingt uns zur Sanierung der Werkstatt. Im gleichen Atemzug ersetzen wir den Vorraum durch einen neuen Anbau.

Wir erweitern die Reparaturwerkstatt um zwei Arbeitsplätze. So bringen wir in Spitzenzeiten pro Woche bis zu 90 Velos wieder in Schwung.

www.velociped.ch wird aufgeschaltet.

Wir kaufen neue Leihvelos und erhöhen die Flotte auf zwölf Stück. Unterdessen sind es 17 geworden. So bieten wir unseren Kunden schon fast eine Mobilitätsgarantie.
 

2004

Von Elektro Mösch übernehmen wir das Ladenlokal an prominenter Lage, dirket bei der Bushaltestelle an der Hauptstrasse. Für kurze Zeit haben wir genügend Platz,um all unsere schönen Velos zu zeigen.

Das Velociped wird von NewRide.ch zum besten Elektrovelogeschäft der Schweiz gekürt.

Mit den russischen Titan-Rahmen erweitern wir das Sortiment um eine weitere Trouvaille.
 

2005

Reto und Steff bestehen als Quereinsteiger die Lehrabschlussprüfung und werden dipl. Velomechaniker. Kurz darauf beginnt Raphael als erster Auszubildender bei uns seine Berfuslehre als Fahrradmechaniker.

Das Velociped gewinnt den Marketingpreis des deutschen Fahrradhandels für die Kooperation mit der Velostation.
 

2006

Neues Personal, neues Know-How: Das Velociped führt Federgabel- und Dämpfer-Services der gängigen Marken in der eigenen Werkstatt aus.

Unsere Test-Velos und E-Bikes können übers Wochenende ausgiebig Probe gefahren werden. So ist die Ausstellung am Samstagabend oft praktisch leergefegt.

Der Liteville-Bike-Rahmen kommt auf den Markt: schlicht in der Optik, solide gebaut, im Detail clever gelöst.
 

2008

20 Jahre Velociped! Als Geburtstagsgeschenk lancieren wir eine kantonale Velo-Initiative, damit das Radeln in Zukunft noch schöner wird. Im Velociped Team sind 16 MitarbeiterInnen, wir bieten zwei geschützte Arbeitsplätze und eine Lehrstelle an.

Das Luzerner Kulturmagazin erwähnt unter den wichtigsten Einrichtungen, die seit 1988 entstanden sind, beim Buchstaben «V» das Velociped. Das ehrt uns sehr.

Die Montage-Abteilung bekommt angrenzend an der Gallusstrasse neue Räume, während die Kundenwerkstatt an die heutigen Bedürfnisse angepasst wird. Zudem bieten wir unseren Kunden «Crash-Kurse» vom Platten flicken bis zum Scheibenbrems-Service an.


2009

Unsere Initiative «mehr fürs Velo» wird zusammen mit unseren Partnern ProVelo, VCS, der SP und den Grünen eingereicht.

Mit dem Gates-Beltdrive erreicht der erste Zahnriemenantrieb fürs Velo Marktreife: Er erspart den Radlern das Kettenölen ebenso wie dreckige Hosen.
 

2010

Vom Potential des Elektrovelos für eine nachhaltige Mobilität überzeugt, eröffnet das Velociped auf der anderen Seite der Hauptstrasse das erste Spezialgeschäft für Elektrovelos in der Zentralschweiz.


 

2011

Unsere Initiative «mehr fürs Velo»  kommt vors Volk: Mit 35%-Ja-Anteil bleibt das Resultat zwar hinter den Erwartungen zurück, den Kopf lassen wir deswegen aber nicht hängen (zumal wir in der Stadt Luzern die 50%-Marke nur ganz knapp verpasst haben)

Der Bioladen Nektar wird von der Biowelle der Grossverteiler überrollt. Wir bauen um: Das Garten-Café Ambrosia lebt weiter, die Vinothek mit über 60 Sorten Biowein entsteht und das Velociped bekommt erstmals gut heizbare Büroarbeitsplätze.

Der Deutsche Technologie-Konzern und Automobil-Zulieferer Bosch bringt seine ersten E-Bike-Antrieb auf den Markt und verleiht der Branchen damit einen starken Impuls.
 

2012

Das Velociped nimmt allen Mut zusammen und  zügelt mit den unterdessen  vier Verkaufsräumen in den ehemaligen Coop an der Luzernerstrasse 4. Der komplette Ladenbau wird traditionellerweise selber geschreinert. Eröffnung ist am 8. März.



Die Pinion-Tretlager-Schaltung geht in Serie. Die Pinion-Macher statten uns höchstpersönlich einen Besuch ab.



Starkes Engagement für den Velomechaniker-Nachwuchs: Wir bieten jetzt drei Lehrstellen an. Insgesamt besteht das Velociped-Team aus 20 Personen.
 

2013

Die Reparaturwerkstatt wird auf sechs Arbeitsplätze ausgebaut und der Express-Service eingeführt. Unsere Idee: Während du im Garten einen Kaffee trinkst, machen wir dein Velo wieder flott.Riese-Müller bringt mit dem Load das erste reinrassige Elektro-Transportrad auf den Markt. Wir montieren die ersten elektronsichen Schaltungen.

2014


Als erstes Velogeschäft in der Schweiz erhalten wir den Titel "Bosch Service Center" und erhalten dafür eine Extraschulung zum E-Bike-Motor.Marius reist nach Taiwan, in den "Ruhrpot" der Veloindustrie, um sich vor Ort ein Bild von den Produktionsbedingunge zu manchen. Seither erhält das Velociped dann und wann Besuch aus Fernost.



Im Rahmen unseres Lernenden-Austausch-Programms reist Jonas als erster für vier Wochen nach Cuxhaven, der Lernende von dort kommt zu uns.



Wir veranstalten im November den ersten "Luzerner Veloteile Flohmarkt". Dafür räumen wir für einen Samstag den Laden leer.


 

2015

Der "Euro-Schock" Anfang Jahr ist auch für das Velocied eine Herausforderung. Auf einen Schlag entwerte sich unser Lager massiv. Weil wir bei vielen Produkten die Preise sofort senken können, der Kursgewinn des Dollars sich aber nur schleppend auf die auswirkt, sind viele Velos so günstig wie noch nie.Verletzungspech bei der Velociped-Crew: Just in der Saison fallen uns  fünf Mitarbeiter aus. Alle, die gesund sind, krempeln die Ärmel hoch.



An Elektrovelos halten die ersten automatischen Schaltungen Einzug.Velociped und Ambroisa  bieten unterdessen bis zu vier Nischenarbeitsplätze für  Menschen mit einem Handicap. Weil wir damit  "die soziale Verantwortung vorbildlich wahrnehmen",  werden wir dafür von der IV Luzern ausgezeichnet. Als erster Betrieb im Kanton Luzern.



Cyrill wird zum Gemeindepräsidenten gewählt (als erster grüner Gemeindepräsident der Zentralschweiz). 
 

2016

Das Velociped beginnt mit der Produktion von Velo-Rikschas für das Projekt "Radeln ohne Alter". Als Basis dient ein Modell von Christiania in Dänemark. Noch ahnen wir nicht, auf welchen langen Weg durch Ämter und Behörden wir uns dabei einlassen.



Das deutsche Fahrrad-Style-Magazin "Fahrstil" widmet uns eine 10-Seitige, mitunter  augenzwinkernde Reportage. Das ehrt uns ungemein.



Das Krienser B-Side Festival veranstaltet ein wunderbares unplugged-Konzert bei uns zwischen Rädern und Speichen.
 

2017

Die Firma Bosch stellt ein erstes ABS-Bremssystem für Elektrovelos vor. Das Velociped unterstützt die Markteinführung mit einem Feldversuch zusammen mit seinen Firmenkunden Spitex, Securitas und IG-Arbeit.


 

2018

Das Velociped wird zur Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital wird von acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehalten.

Die Spitex Luzern bestellt bei uns ihr hundertstes Velo. So wie wir es in unserem Familienbonus-System versprechen, bekommen sie es geschenkt.



Im Wissen, wie gut es ist, Verbündete zu haben, gründet das Velociped zusammen mit anderen Schweizer Velohändlern die "Primebike Group", um die Kräfte für künftige Projekte und die Beschaffung bündeln zu können.


 

In Bern findet die Brompton WM statt. Das Velociped-Team radelt mit. Erst ganz vorne, muss sich dann aber von den Tschechischen und Lausanner Routiniers geschlagen geben.
 

2019

Dres Balmer liest im Laden aus seinem Buch "Ostsee". Radelnd. Und lässt dabei die Zuhörer teilhaben, wie es einem ergehen kann, wenn man die Ostsee umrundet.


 

2020

Das Velociped veranstaltet den ersten Reise-Abend. Fünf Kund*innen nehmen die Zuschauer für 20 Minuten auf eine Veloreise in die nahe und ferne Welt. Der Laden ist knüppeldick voll ...

... kurz darauf bricht die Corona-Krise aus. Wir müssen den Laden schliessen, die Werkstatt dürfen wir "zur Erhaltung der Mobilität" offen halten, womit die Wichtigkeit unserer Arbeit bundesrätlich bestätigt wird. Die Schweizer*innen haben Lust zum Velofahren wie noch nie.

Ende Oktober fällt der Entscheid, mit der Werkstatt in die Halle8 zu ziehen, um die grosse Nachfrage nach Veloreparaturen bewältigen zu können. Zudem wurde eine bessere Infrastruktur, insbesondere auch für die Firmenkunden und die Cargobikes, nötig.
 

2021

Ende April eröffnen wir unser neues Service-Center in der Halle8 auf dem Bell-Areal. Wo früher Turbinen geschweisst wurden, werden nun Velos montiert und repariert. Es stehen 16 modern eingerichtete Arbeitsplätze zur Verfügung.


Weiter geht's:

Wir treten auch künftig zünftig in die Pedalen, engagieren uns mit Freude für das Velo als tolles Verkehrs-, Reise und Freizeit-Fahrzeug. Die Ideen für bessere Produkte und besseren Service werden uns nicht ausgehen. Wir sind selber gespannt, wie es weiter geht.